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Vernetztes Arbeitsamt...

Beitrag von BeowulfOF, am 03.08.2005
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Folgende Geschichte liegt ungefähr 5 Jahre zurück.

Da ich zu dem Zeitpunkt begonnen habe, auf eigenen Füssen zu stehen, musste ich bei der Kindergeldkasse beantragen, dass genau dieses von jetzt an auf mein Konto überwiesen werden sollte.

Zu diesem Zweck fand ich mich also in den Räumen der Kindergeldkasse ein, und bekam prompt eine Sachbearbeiterin zugeteilt.

Nach einer kurzen Erklärung meiner Situation, schaute die S. in dem Computersystem meine Daten nach, und begann einen Dialog...

(S = Sachbearbeiterin; B = Beowulf)

S: Ja Herr Beowulf, wie ich hier sehen kann, sind sie beim Arbeitsamt noch nicht gemeldet?
B: Wieso Arbeitsamt, hier ist doch die Kindergeldkasse, oder?
S: Jaja, stimmt schon, aber wenn sie nicht gemeldet sind, können wir Ihnen kein Kindergeld auszahlen.
B: Warum das denn nicht, meine Eltern bekommen das Kindergeld doch schon seit über 18 Jahren gezahlt.
S: Ja, aber wenn Sie das Geld selbst haben wollen, müssen sie beim Arbeitsamt registriert sein.
B: Verraten Sie mir auch, warum ich als Schüler mich beim Arbeitsamt registrieren muss? Ich habe hier doch die Unterlagen über das aktuell gezahlte Kindergeld dabei, und es soll doch nur das Auszahlungskonto geändert werden.
S: Damit ich die Daten hier im Computer sehen kann.
* Diese Logik hat sich mir bis heute nicht erschlossen*
B: Also wenn ich mich dort gemeldet habe, können Sie meine Daten hier einsehen, und dann können Sie das Kindergeld auf mein Konto überweisen?
S. Ja.

Etwas genervt, machte ich mich auf, zum Arbeitsamt, welches ca. 1km weiter weg ist. Einen Grund dafür habe ich auch bis heute noch nicht gefunden.
Jedenfalls hab ich mich dann als Arbeitssuchend nicht Arbeitssuchend eintragen lassen (Irgendwie wollte der Sachbearbeiter damals mich als Arbeitssuchend eintragen, und mir direkt ein paar Stellen mitgeben, wo ich mich bewerben sollte. Das ich noch Schüler war, UND wenn überhaupt eine Ausbildung für danach suchte, konnte er angeblich nicht eintragen) und verlies das Arbeitsamt, bevor die Türen selbigen für den Rest des Tages geschlossen wurden.

Ein paar Minuten später stand ich wieder vor meiner Sachbearbeiterin bei der Kindergeldkasse.

B: So, jetzt bin ich als Arbeitssuchend nicht Arbeitssuchend gemeldet, da ich ja noch Schüler bin. Ich bitte jetzt darum, einfach das Konto zu ändern, damit wir diese Lachnummer beenden können.
S: Dann brauche ich bitte den Bogen XYZ, den Ihnen Ihr Sachbearbeiter mitgegeben hat.
* Nein, ich habe keinen Wisch bekommen, und wusste auch nicht, das ich einen bekommen müsste *
B: Welchen Bogen XYZ? Was ist das?
S: Das ist eine Bestätigung, das Sie registriert sind, die brauchen wir, damit wir Ihre Daten erfassen können.
B: Vorhin haben Sie mir doch gesagt, das Sie die Daten dann hier in ihrem Terminal sehen können?
S: Was ist ein Terminal?
B: Der Fernseher auf Ihrem Tisch mit dem hässlich grünne Bild und dem schlechten Empfang.
S: Das ist ein Computer.
B: Genau.
* Hier blende ich ein paar Minuten aus, es ist besser für meine Nerven *
S: Jedenfalls brauchen Sie den Bogen XYZ.

Also geht Beo am nächste Morgen erneut statt zur Schule ins Amt, und erklärt nach ein paar Stunden wartezeit, dem armen Sachbearbeiter, das er diesen Bogen braucht.

(S: Sachbearbeiter, B: Beowulf)

S: Diesen Bogen gibt es nicht.
B: Diesen Bogen verlangt S. von der Kindergeldkasse von mir.
S. Diesen Bogen gibt es nicht mehr, seit wir vernetzt sind.
B: Genau das weis S. allerdings nicht. Und was man mit dem Computer machen kann, ausser darauf zu hoffen, das er irgendwann GZSZ abspielt wohl auch nicht.
S: Ich ruf da mal an.
* Das Gespräch verlief bis auf ein paar Atempausen mehr oder weniger in starken Beleidungen und Unterstellungen unter Kollegen ab, endete mit dem Satz: "Da müssen Sie mal auf [Bildrunter] drücken." *
S: So, jetzt sollte es geklappt haben, Sie können sich drüben wieder melden.

Beowulf also brav wieder rübergedackelt.

S: Haben Sie jetzt den Bogen XYZ?
* Beowulf beugt sich über den Tisch, schaut auf das Terminal, sieht seine Daten und drückt auf [Bildrunter]*
B: Dort stehen Sie!
S: Ach nein, jetzt haben Sie ihre Stammdaten gelöscht.
B: *tilt*

Nachdem ich langsam ausfallend wurde, wurde ich an eine andere Sachbearbeiterin weitergegeben, und 5 Minuten später war die Sache erledigt...


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