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Beitrag von Betrayer, am 29.04.2012
Durchschnittliches Voting: 7.49


Vergangene Woche beschäftigte ich mich in der Werkstatt mit den alltäglichen Aufgaben, als mein Chef mich bat, zu einem Vor-Ort-Einsatz bei einem neuen Firmenkunden zu fahren. Bei meinem Eintreffen wurde ich dort auch schon von einem Herrn erwartet, der mich durch verschiedene Büros führte, um mir zu zeigen, daß die Computer alle "nicht funktionieren". Nebenbei hat er mir erzählt, daß sein Sohn ein "Computerexperte" wäre, der sich sonst um alles kümmert, der aber gerade im Urlaub sei. Es waren übrigens alles Linux-Kisten, vollkommen wild zusammengewürfelte Hardware - neben PCs verschiedener Hersteller und Baujahre, werkelte in einem Büro sogar noch ein PowerMac G4. Das Problem war schnell identifiziert: Ein volles Dateisystem, das beim Start auf allen Computern per NFS automatisch eingehängt wurde, so daß die Anmeldung fehlschlug wegen einer Datei, die nicht angelegt werden konnte.

Als ich den Herrn schließlich fragte, wo denn der Server sei, hat er mich angeschaut als redete ich chinesisch. (Server, was ist das denn?) Nachdem er mich letztendlich in das Büro seines Sohnes geführt hatte, sah ich alle Klischees bestätigt und sogar noch übertroffen. Mehrere (ebenfalls ältere) Computer standen wie Kraut und Rüben im Zimmer verteilt, der sogenannte "Server" war ein normaler PC, der mit geöffnetem Gehäuse und Festplatten, die lose daneben lagen, vor sich hinsurrte, dazwischen lagen lose CDs/DVDs, ungenutzte Komponenten wie Grafikkarten, RAM-Riegel u.s.w. Dafür war der "Server" mit zwei TV-Karten ausgestattet. Die sind selbstverständlich unverzichtbar! Das root-Kennwort war natürlich auch niemandem der Anwesenden bekannt und während der Firmenchef versucht hat, seinen Sohn zu erreichen, habe ich mich gewundert, welch enorme Datenmengen in einer privaten Arbeitsvermittlung / Zeitarbeitsfirma wohl anfallen, als mir die zwei 3-Terabyte und noch je eine weitere 1,5- und 2-Terabyte Festplatten auffielen, die am "Server" hingen.

Nach endlosem Warten erhielt ich dann endlich einen Einblick in das "Wunderwerk", das der Herr Sohn dort vollbracht hatte. Die Festplatten - soweit ich es sehen konnte - waren voll mit Videos, offenbar massenweise Fernsehsendungen, die per Cron-Job und Shell-Skript automatisch aufgezeichnet wurden. Da erklären sich dann auch die TV-Karten im "Server". Andere Festplatten waren gar nicht gemountet und augenscheinlich verschlüsselt. Doch alle meine Vorschläge, die ja wohl nicht arbeitsrelevanten Videodateien zu löschen, wurden vom Firmenchef ebenso abgelehnt wie mein Angebot, ihm eine neue Festplatte zu verkaufen. Er war fest von seinem Sohn überzeugt, der sich angeblich seit über 15 Jahren "ohne Probleme" um die IT kümmert. Außerdem hätte er ja erst vor kurzem neue Festplatten gekauft, ich wollte ihn wohl nur abzocken und überhaupt. Je mehr Argumente ich vorbrachte, daß es dort offenbar kein Konzept gibt und die "Konfiguartion" schlicht Unsinn ist, desto unverschämter wurde er und hat mir vorgeworfen, ich hätte ja überhaupt keine Ahnung. Am Ende hat er mir sogar gedroht, er würde mich auf Schadensersatz verklagen, sich über unsere Firma beschweren und dafür sorgen, daß unsere kriminellen Methoden bekannt würden.

Bei so einem Rauswurf, laß ich mich natürlich kein zweites Mal auffordern. Auf solche Kunden kann ich gut und gerne verzichten. Eine Rechnung für die Anfahrt und Arbeitszeit gibt es selbstverständlich trotzdem. Wer nicht hören will, muß fühlen...



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DAUsucher am 04.05.2012
Der DAU ist natürlich der Firmenchef. Wer holt sich denn einen externen ins Haus, wenn er ihn dann doch nichts machen lässt?

Dass die Netzwerkstruktur "Unsinn" ist, ist natürlich nur eine subjektive Bewertung. So lange es läuft und die Angestellten der Firma -offensichtlich wirklich seit 15 Jahren ohne Probleme- arbeiten können... wieso dann die Struktur kritisieren? Zumal es auch nicht unbedingt billig ist, den ganzen Kram wirklich homogen und auf dem neusten Stand zu halten...

TV-Karten im Server sind natürlich irgendwie albern, dafür hätte Sohnemann ja vielleicht doch mal einen zusätzlichen Rechner da hinstellen können (Serverlast bleibt dann natürlich gleich). Und sich nicht um die Cronjobs zu kümmern, bevor man in den Urlaub fährt, ist auch ein klein wenig DAUig.

Annette Schavan am 02.05.2012
Liebe Netzgemeinde!

Heute wende ich mich mal direkt an Sie! Haben Sie das gehört? Ich hätte kopiert? Aber nie im Leben! Das habe ich nicht nötig und weise jedwede Vorwürfe in den Bereich des Unhaltbaren zurück!

Aber nun zu der aktuellen Geschichte. Mein Gedanke dazu ist:

Never touch a running system.

Jetzt hält sich jemand mal dran und es ist auch wieder nicht richtig...

ddd am 02.05.2012 ddd ddd
Never touch a running system.

Jetzt hält sich jemand mal dran und es ist auch wieder nicht richtig...

lindows am 01.05.2012
Ein, vorsichtig ausgedrückt, heterogene IT-Struktur trifft man doch relativ oft an. Mal abgesehen vom höheren Arbeitsaufwand ist das ein eher kleines Problem. Aber so eine Baustelle als Server zu nutzen ist sträflicher Leichtsinn. Tja, bei der Familie drückt auch so mancher Boss gerne mal an der falschen Stelle ein Auge zu.

Schweizermeier am 30.04.2012
Alles klar, wünsche noch einen angenehmen Abend.

Ehel am 30.04.2012 (® Profil)
Ob die Kraut und Rüben-Landschaft nun mit Linux, Windows oder GEOS betrieben wird, ist ja mal egal (obwohl, ich glaub GEOS konnte keine Netzwerke ...).

DAU ist hier, meiner Meinung nach, der Chef, der seinen Sohn schalten und walten lässt und nicht auf den Rat eines herbeizitierten Experten hört.

Der Sohn hat halt das Ganze irgendwie am Laufen gehalten und als Lohn für seine "Mühen" eben die Resourcen der Firma noch ein wenig für die private Videosammlung genutzt.

Johannes.der.Googler. am 30.04.2012 (® Profil)
Keine Ergebnisse für "Liniux-Frickler" gefunden.

PowerUser am 30.04.2012
Gleich zwei DAUs - der dumme Liniux-Frickler (Sohn) und der verblödete Linux-User (Chef). 20Punkte, wenn das möglich wäre. Aber dann halt 10!

PowerUser am 30.04.2012
>>Mehrere (ebenfalls ältere) Computer standen wie Kraut und Rüben im Zimmer verteilt, der sogenannte "Server" war ein normaler PC, der mit geöffnetem Gehäuse und Festplatten, die lose daneben lagen, vor sich hinsurrte, dazwischen lagen lose CDs/DVDs, ungenutzte Komponenten wie Grafikkarten, RAM-Riegel u.s.w.<<

Der typische Linux-Frickler halt.
Und damit wollen die dann auch noch viiiiiiiiiiiiiiiel besser sein als das gute Windows. Man hört die Hühner lachen.

PowerUser am 30.04.2012
>>Es waren übrigens alles Linux-Kisten,<<

DAU gefunden.



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