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smoked twice

Beitrag von Ferdi ® (Profil des Users), am 05.03.2010
Durchschnittliches Voting: 4.384
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So. Da bin ich.
Ich war bis vor einem Jahr unfreiwilliger unbezahlter Admin (also "Schüler der weiß, was nen PC ist") an meiner Schule, und möchte nun auch mal über meine traumatische Entwicklung zum Brilliant Operator From Heaven ;) berichten.
Ich bin im Jahr 2000 als Schüler der 5. Klasse an diese Gesamtschule gekommen. Dort habe ich mich auch bald als Nachwuchs in der "Computer-AG" eingefunden, deren wesentliche Aufgabe war, das Netzwerk aus Pentium II 333MHz mit 32MB RAM, die dem einzigen Zwecke dienten, über ISDN ins Internet zu kommen, am Leben zu halten. Für Normalsterbliche liefen die Rechner unter Windows 98, wenn man aber beim booten am "LILO boot:" prompt das richtige eingab, konnte man in die faszinierende Welt von Linux (2.2er kernel, KDE 1.weißnichtmehr) eintauchen. NAT-Router waren damals noch nicht üblich, also musste ein Linux-"Server" (AMD K6 166MHz, 32 MB RAM) diesen Job übernehmen. Er stellte auch ein Webinterface bereit, über das man sich einwählen konnte. Das ganze war recht frisch eingerichtet, und wurde auch sehr pfleglich behandelt. Deshalb konnten wir in der Computer-AG in der Regel mit Linux rumspielen. Es waren aber nicht ausreichend Rechner vorhanden, dass man mit einer Schulklasse dort Unterricht machen konnte.
Hier beginnt des Dramas erster Teil:
Eine Grundschullehrerin hatte die Idee, sie könnte doch "ihren Kleinen" mal die Computer zeigen. Also fragt sie, ob wir irgendwie noch ein paar Rechner dazu stellen könnten. Drei würden reichen. Hmmm... wir haben noch drei Testrechner übrig. Die sollten eigentlich als Testumgebung dienen, aber da das system ja komplett zur Zufriedenheit funktionierte, kann man ja mal...
Also Rechner aufgestellt, über ellenlange Cat.5-Kabel angeschlossen (ja, wir waren da schon modern, auch wenn nur 10 MBit/s drüberliefen)
Einer der Rechner war ein alter Pentium 75MHz im Desktop-Gehäuse mit AT-Netzteil, also mit einem "richtigen" Netzschalter. Den Rest kann ich nur aus der Erzählung der Grundschullehrerin berichten:
Die Schüler betreten den Raum, die Jungen streiten sich gleich um die Rechner, während die Mädchen eher zurückhaltend sind. Ihnen sind die "grauen rauschenden Kisten" wohl suspekt. Naja, schließlich hat sie immer zwei an einen Rechner gesetzt und gibt das Kommando zum Einschalten. Der Raum füllt sich mit Lüfterrauschen, Piep, "LILO boot:" und alle Rechner booten Windows 98. "Jetzt klickt ihr auf "Internet Explorer"".
Nur die zwei Mädchen am P75 trauen sich nicht. Schließlich lassen sie sich noch überreden. Lehrerin "Und seht ihr, Computer beißen wirklich n..." KA-WUMM.
Angeblich hat es einen gewaltigen Schlag getan und dabei die Frontplatte vom Gehäuse gesprengt. Es habe außerdem bestialisch gestunken und gequalmt. Die beiden fassen wohl so schnell keinen PC mehr an.
Ich kann auf jeden Fall berichten (das war genau vor der nächsten Computer-AG-Stunde):
Dass die Frontplatte sich vom Gehäuse entfernt hatte und die Halterungen gebrochen sind.
Dass es bestialisch gestunken hat.
Dass der Spannungswahlschalter auf 110V stand.
Dass Frau S. (damalige Leiterin der PCAG, mit Linux echt fit, aber sonst...) das Netzteil öffnet, die Füllung mit braunem Elektrolyt für "normalen Staub" hält, den Spannungswahlschalter wieder auf 220V stellt und die Sicherung prüft (kaputt) und dann mit einem Stück Draht brückt.
Noch mit offenem Netzteilgehäuse wird das Netzteil an den PC geklemmt und unter Spannung gesetzt.
Das Geräusch kann ich nicht mehr genau wiedergeben, *BRITZEL* triffts aber, denke ich. Die dabei freigesetzte Rauchmenge war auch nicht von schlechten Eltern. Schließlich hat der Leitungsschutzschalter dem tollen Treiben ein Ende gesetzt.
Der PC steht übrigens jetzt noch neben mir (mit neuem Netzteil und ohne Frontplatte) und betreibt meinen EPROM-Brenner, zu dem nur DOS-Software existiert.
Da der PC mit der Rückwand zur Wand hin stand, kann ausgeschlossen werden, dass der Schalter genau in dem Moment betätigt wurde. Ich vermute mal, dass das Netzteil ("made in germany") sehr robust ausgelegt war, dass es den Betrieb mit Überspannung eine Zeit lang vertragen hat. Die Elko-Reste waren jedenfalls wesentlich größer, als das, was man in heutigen Netzteilen findet.

Warum musste diese "langweilige Netzteilschalterstory" sein?
Ganz einfach, weil sie der Anfang einer langen Serie von Pleiten, Pech und Pannen war, die mich bis zum Abitur verfolgen sollte und meine Einstellung zu DAUs nachhaltig geprägt hat.

Es wurden dann weitere Rechner angeschafft. Dazu ein anderes mal mehr.




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Kommentare


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(Bei beleidigenden / besonders dämlichen Kommentaren, bitte mich verständigen, damit ich sie löschen kann ... Ich kann leider nicht ALLE Kommentare lesen ... DANKE!)

Lochkartenstanzer am 07.03.2010 (® Profil)
z.B. Hamster:

www.lustigestories.de/stories/hamstergeschoss.php

KojiroAK am 07.03.2010 (® Profil)
@Eisenzahn

In besagtem Körperteil soll schon so einiges gefunden worden sein.

Eisenzahn am 07.03.2010 (® Profil)
""weil immer so schnell im Arsch sind"

Da gehören die auch nicht hin. Irgendwer hätte denen doch mal erklären müssen, wie man Netzteile bestimmungsgemäß benutzt.

Freelancer am 07.03.2010 (® Profil)
Also die Geschichte ist ja uralt und abgenutzt, aber den Schreibstil find ich top!

JoyntSoft am 05.03.2010 (® Profil)
Jaja - das schon, aber dann zu verlangen, dass wir die Teile umtauschen, "weil immer so schnell im Arsch sind" ist dann doch etwas dreist.

Sie haben zu guter Letzt insgesamt um die 200 Mark bezahlt. Ich möchte nicht wissen, aber ich kann es mir lebhaft vorstellen, was sie sonst noch so "gemoddet" haben...

KojiroAK am 05.03.2010 (® Profil)
Bei der Farbe muss man den doch bewegen.

JoyntSoft am 05.03.2010 (® Profil)
Mich erinnert das an die beiden "PC-Modder", die bei uns insgesamt _drei_ Netzteile kauften, weil die immer durchbrannten, nachdem sie den roten Schalter umgelgt hatten.

andz am 05.03.2010 (® Profil)
"nen"...




*schauder*

Gabel am 05.03.2010
@volle pulle:
warum nicht?

volle pulle am 05.03.2010
Abitur auf 'ner Gesamtschule?



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