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Per Backup zum Update

Beitrag von Chlodwig ® (Profil des Users), am 10.06.2009
Durchschnittliches Voting: 8.572


Nicht nur ich kann kreativ sein wenn's darum geht, ein IT-Arschloch zu sein. So geschehen vor einigen Tagen als ein alter Freund mir ein EMail schickte mit der kryptischen Anfrage

"Du, ich bräucht 'n 386 und Deine Disketten"

Für die Nichteingeweihten: Mein Keller schlägt jedes technische Museeum in der freien Welt und "Meine Disketten" sind so bei 50.000 Disks aus der Zeit, als diese noch Speichermedien der Wahl waren. Und da ich ja nix wegwerfen kann, sind diese auch noch da.

Da er nun nicht unbedingt der Liebhaber antiker Elektronik ist, ging ich der Sache auf den Grund.

Besagter Kumpel ist der EDV-Dackel einer nicht ganz unbekannten und auch nicht grad kleinen Firma. Die allerdings, aus welchen Gründen auch immer, immer noch an einem Warenwirtschaftssystem aus DOS-Zeiten klebt. Welches, ebenso unergründlicherweise, nur und ausschließlich mit eigenem Backupsystem (auf Disketten, klar) zusammenarbeiten will. Update gibbet natürlich seit Jahren, nur weil eben inzwischen einiges dazwischen lag würde das einen nicht ganz unerheblichen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Aber, und hier beginnt nun der launige Teil dieser Story, da gibt es auch einen Wartungsvertrag. Die Herstellerfirma des WWS war davon nämlich so überzeugt dass sie Wartungsverträge ausgegeben hat, die unbegrenzte (!) Besuche von Technikern, ohne Angabe von Gründen, erlauben. Ist nicht ganz billig, aber aussteigen aus dem Vertrag wär NOCH teurer (ist so 'n Ewigläufer... Tja, KSchG greift bei Firmen eben nicht...)

Kumpel hat daraufhin folgendes veranstaltet: Der älteste 386 meiner Museeumslandschft bekommt eine "Spezialversion" der WWS Datenbank, aufgeblasen auf einige 100 MB (nicht fragen was das gedauert hat da 'ne Festplatte zu finden, die mit dem prähistorischen BIOS konnte...). Sekretärin bekommt den hochoffiziellen Auftrag blond zu sein, Lehrbub ist zu blöd für's Hammer fallenlassen und der Rest der Belegschaft greift "des Computerklumpat" nicht mal unter Androhung schwerster Strafen an. Ich hab mir (als "Bezahlung" der Leihgaben) ausgebeten, bei der Posse anwesend sein zu dürfen (ich spiel hier den Hausmeister. Inklusive Mop und Putzeimer).

Auftritt: Der Techniker der WWS-Herstellerfirma. Sein Auftrag: Der neuen Sekretärin erklären wie das mit dem Backup geht. No, sollt ja kein Problem sein.

Techie kommt, meint freudestrahlend dass das ja gaaaanz einfach ist und wirft frohgemut die erste Disk ins Laufwerk. Der 386 tut was 386 mit Disketten tun, er tuckert im Zweisekundentakt. Und nach so 2-3 Minuten meint er schließlich, er hätt gern die nächste.

Nach der 10. Disk (und gut 20 Minuten) wurde der Techniker sehr offensichtlich etwas unentspannt. Auch weil das Backuptool meinte "2% fertig". Er dreht sich schließlich zum Chef und meint, wieviele Disks das denn dauert. Der tut recht unbewandert (guter Schauspieler, der ist Dr. der technischen Informatik...) und macht den Schrank auf, in dem meine 20.000 und noch einige Disks stehen.

Ich habe noch NIE einen Menschen SO schnell sämtliche Farbe aus dem Gesicht verlieren gesehen!

'ne Ecke weißer wurde er allerdings als die Sekretärin meinte, das schnallt sie nie, das mit den Disketten und da drücken und wo und wann, und dann überhaupt, nein, da greift sie NIE ran.

Und dann kam der Satz des Tages, gesprochen vom Chef: "Najo... dann kommen's halt jeden Tag und machen's das, wir ham ja den Vertrag..."

Der Techniker hat daraufhin "sehr dringend telefonieren" müssen und war kurz darauf "sehr dringend weg".

Tags darauf kam eine Nachricht, die Firma würde AUSNAHMSWEISE das Update gratis kriegen. Aber nur, wenn's den Wartungsvertrag kündigen.

Jo, so kommt man aus Verträgen raus, auch als Firma...



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Kommentare


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Lemmer am 04.03.2011
Der WWS-Hersteller ist aber auch dumm, wenn er die Gültigkeit des kostenlosen Service nicht an regelmäßige Updates bindet. Hier war ein Unternehmer zu geizig oder zu blöd, die Updates zu beschaffen und muss jetzt tricksen, dass er da herauskommt.

IT-Furb am 03.03.2011
Schon wieder!

Brufti am 24.02.2011
Immernoch?

Lochkartenstanzer am 03.07.2009 (® Profil)
@marchb

SCIS hatte schon immer die Möglichkeit LBA mit 32 bit zu adresssieren

Damit ergibt sich als maximale Größe (zu der damaligen Zeit) 4G x Blockgröße, d.h. je nach Blockgröße (512Byte bis 2KB) ergaben sich maximale Größen von 2TB bis 8TB.

=> selbst aktuelle Platten errreichen diese Größen gerade so.

mindbender am 03.07.2009 (® Profil)
klasse story :)

marchb am 12.06.2009
@hubse
kann mich erinnern, daß, während IDE an 512MB (*g*) herumgewürgt hat (kurz bevor CD-Laufwerke endlich drangepappt werden konnten, indem man für den ATAPI Standard SCSI-Features angefangen hat zu kopieren) SCSI schon 8GB verdaut hätte. Schätze, mit entsprechendem Protokolltreiber, würde eine ISA-Karte auch mehr akzeptieren, nur das BIOS (=bootfähiger Bereich) war eingeschränkt.

shred am 10.06.2009 (® Profil)
Mit Abstand die geilste Geschichte seit langem! Danke!!einself!

hubse am 10.06.2009
welche speichergrenzen haben denn diese alten scsi-controller?

würden die theoretisch mit aktuellen platten zurechtkommen? mir ist schon klar, das eine 10k rpm platte an einem alten scsi-2 controller ihre geschwindigkeit nie ausspielen könnte.

aber prinzipiell?

honoratius am 10.06.2009
Schön wieder mal was von Chlodwig zu hören!!

Eigentlich eine bitterböse Geschichte, wenn man Firmen nur so beikommen kan, aber in klassiescher Chlodwig-Manier gemacht und erzählt.

TomKo am 10.06.2009 (® Profil)
@Charlie

... auch möglich

Ich habe nur eine mögliche Perspektive dargestellt. Wenn Du die korrekte Perspektive haben willst, wirst Du von 4 beteiligten Leuten (mindestens) 6 Meinungen bekommen ;-)))

Ich gehe zum Beispiel davon aus, daß sich die Softwarefirma wohl überlegt hat, was sie dem Kunden im Austausch für den Vertragsaustritt anbietet. Ich denke auch, daß sie mit dem Zustand "Kunde will nix (wenig), aber zahlt" zufrieden war - bis ihr der Kunde den auch möglichen Zustand "Kunde zahlt, will aber furchtbar viel" gezeigt hat.

Um bei der Karten-Analogie zu bleiben: Wenn ich ein mistiges Skatblatt auf der Hand habe, kann ich die anderen auch mit Null-Ouvert fertigmachen ;-)))



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